Lederhosen statt Leichensäcke – Das SVP-Elend mit der Neutralitäts-Initiative

Leserbrief. Der Artikel von David Briner in der Weltwoche 39/26 vom 23. Juli 2026 muss mit einer Überlegung ergänzt werden. So berechtigt und wichtig für die Zukunft der Schweiz das Anliegen der Neutralitätsinitiative ist: Kriege soll soll man nur führen, wenn man sie gewinnen kann (frei nach Sun Tzu, Die Kunst des Krieges). Das ist das wahre Elend der Neutralitätsinitiative: Ein provozierter für die Schweiz existentieller Abstimmungskampf, bei dem die SVP politisch alleine steht und wie erwartet alle anderen grossen Parteien und Teile der Wirtschaft dagegen in Stellung gehen. Geht der Abstimmungskampf verloren, werden jene, die wollen, dass die Schweiz Sanktionen übernimmt, Waffen liefert, militärisch mit der Nato kooperiert, Soldaten in Konflikte schickt, in der Welt moralisch Stellung für oder gegen Kriegsparteien nimmt, erst Recht diesen Weg einschlagen: Sogar eine Volksabstimmung habe ja gezeigt, dass die Schweizer Bevölkerung die Neutralität nicht mehr wolle. So wird die Initiative selbst zur Totengräberin der Neutralität. Die Schweiz weniger sicher, die Welt als Ganzes einer gesprächsorientierten und humanitären Hintertür zur Konfliktlösung beraubt, Kriegsgurgeln triumphieren. Verantwortlich dafür sind dann nicht nur die Gegner, sondern auch die Initianten, die in diesen Abstimmungskampf gezogen sind. Nun gibt es nur noch einen Weg: Es muss gewonnen werden. 

Matthias Hauser, Hüntwangen