Editorial – Hüntwanger Mitteilungen – Demokratie und Schnee

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner

Diesen März feiern wir die Demokratie, falls es so kommt, wie sich jetzt in den ersten Februartagen ankündigt: Sie können an der Urne und einer Gemeindeversammlung über insgesamt 14 Fragen entscheiden für Gemeinde, Schulgemeinde, Kanton und Bund, eine Friedenrichterin oder einen Friedensrichter wählen und sich daneben, falls Sie wünschen, in der öffentlichen Auflage zum Gestaltungsplanes Mitte-Ost (Kiesabbaugebiet Dreieck) vernehmen lassen.

Viele dieser Fragen wären fünf Kilometer weiter nördlich Verwaltungsentscheide der Behörden oder ganz an gewählte Räte delegiert. Ich finde es extrem wertvoll, wie es bei uns funktioniert: Wir sind alle gemeinsam für Entscheidungen verantwortlich und die Behörden müssen, falls sie mit den Anträgen Erfolg haben wollen, sorgfältig planen, damit der Souverän zustimmt. Eine hohe Stimmbeteiligung zeigt, dass diese Entscheidungsmöglichkeiten geschätzt werden und hält so die Demokratie am Leben. Nutzen Sie deshalb Ihr Stimm-, Wahl- und Mitspracherecht. Machen Sie mit in der Politik, auch wenn «man sich dafür manchmal warm anziehen muss».

Damit bin ich beim nächsten Thema, dem Januarwetter: Schnee! So viel wie dieses Jahr auf einmal hatten wir eine Zeit lang nicht mehr. Wunderschön, als am anderen Tag die Sonne hineinschien: Hüntwangen und die Natur im ruhigen, weissen Glitzerkleid! Bei einem Spaziergang bin ich mit dem Plastik-Bob meiner bald erwachsenen Kinder vom Eggsbüel die Hohlgasse hinuntergerutscht, so ähnliche Aktionen kann ich weiterempfehlen. Schnee macht jünger!

Engelchen im Hüntwanger Schnee

Schnee ist aber auch eine Herausforderung für unseren Werkbetrieb, um zwei Uhr früh geht‘s aus den Federn, um dann mit Pfadschlitten vor dem Traktor, Salzstreuer und Schaufel Gemeindestrassen, Fusswege und Plätze zu räumen. Wenn es nicht aufhört zu schneien, beginnt man ständig wieder von vorne und kommt trotzdem kaum nach. Einige Menschen haben in dieser Situation, wie früher, als man sich Schnee noch gewohnt war, Verständnis und nehmen sogar selbst eine Schaufel zur Hand, um sich den Hauszugang und oft auch gerade den des Nachbarn freizuhalten. Andere ärgern sich stattdessen, sei es am Traktorenlärm oder ab dem Schnee vor der Einfahrt. Jeder hat seine eigene Art der Problembewältigung. Klar ist: Irgendwo hat die Leistung der Gemeinde eine Grenze.

Immer wenn es schneit, kommt mir das alte Spurgerät in den Sinn. Es gab bis Ende der Achtzigerjahre eine Loipe von Wasterkingen bis Rafz, teilweise über das Feld, teilweise oberhalb der Dörfer. Private (nicht die Gemeinde) haben diese erstellt und unterhalten und jede und jeder durfte sie fraglos nutzen.

Zurück zum ersten Thema, Politik und Abstimmungen: Wir haben die Projekte Türmliwiese (Alterswohnungen, Tiefgarage) und Bachumlegung lange vorbereitet. Die Alterswohnungen waren schon im Wahlkampf 2014 ein Thema. Etwa zur gleichen Zeit wurde die Gefahrenkarte, die Grundlage für alle Hochwasserschutzmassnahmen, in Angriff genommen. Ich bin mir aus der kantonalen Politik gewohnt, dass Dinge lange gehen (Einhausung Schwammendingen wurde 2007 beschlossen, jetzt wird gebaut, Umfahrung Eglisau wurde 2011 vom Kantonsrat wieder beauftragt, heute steht die Machbarkeitsstudie für eine Variante vor Abschluss). Ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, bessere Ideen, die manchmal erst später kommen, in laufende Prozesse einfliessen zu lassen, anstatt schnell fertig zu werden. Item – wenn diese Projekte 2021 nun tatsächlich den Baustart erleben, dann sind wir einen rechten Schritt weiter.

In der zweiten Jahreshälfte wird uns dann das Dorffest und die neue Gemeindeordnung beschäftigen. In diesem Sinne: Arbeit liegt vor uns. Vielen Dank allen, die mitmachen! Und allen, die sich freuen, statt ärgern!

Mit freundlichen Grüssen

Matthias Hauser, Gemeindepräsident
matthias.hauser@huentwangen.ch