SRF 1997: 2026 kommt abgekartetes Spiel ans Licht

In der Weltwoche 09.26 berichte der Sohn von Kameramann Hansjörg Wahl über Erlebnisse seines Vaters. Darunter, dass Redaktor W.R. ihm persönlich bekannte linke Chaoten von einer Blocher-Veranstaltung der Jungen SVP in Bülach mit nach Zürich transportieren liess. Ich war damals Kantonalpräsident der Jungen SVP und Organisator jener Veranstaltung. «Blocher steht den Jungen Red und Antwort», 18. März 1997.

In «Schweiz aktuell» kam der Bericht, nicht in der Rundschau. Und niemand versuchte, die Bühne zu stürmen. In diesen Details irrt die Weltwoche. Es gelang den Dampfkochtopf im Saal ruhig zu halten. Im Anschluss allerdings gerieten vor der Stadthalle Rechtsradikale und Linksautonome aneinander, die Stadtpolizei hatte zu tun.

Die Veranstaltung richtete sich an die ganze Bevölkerung. Es gab keine Zutrittskontrollen, Demokratie erträgt Diskussion. Und so nahmen in der hintersten Reihe einige Platz, denen Rechtsextremismus anzusehen war (Jacken, Haarschnitt, Schuhe), Unbekannte, nicht unsere Jugendszene – schon gar keine Parteimitglieder der Jungen SVP. Sie schwiegen. Auch im Saal, neben dem Grossteil an «Normal-Interessierten wie Du und ich», sassen Linksautonome, im Fernsehbild nicht erkennbar, von denen jemand Blocher nicht etwa auf eine Sache ansprach, sondern für die Anwesenheit der Rechtsextremen an den Pranger stellen wollte. Und genau das wurde die Hauptgeschichte im Fernsehen. «Rechtsextreme an Blocher-Anlass». Jetzt ist bestätigt: Hochgepuscht und inszeniert von W.R. by SRF.

Es war eine gute Diskussion angesagt, Red und Antwort, Gespräch. Das war verpfuscht und unser Ruf damit. Eigentlich hätte das SRF die Kosten für den Polizeieinsatz tragen müssen.

Siehe angefügter Archivbeitrag SRF, ab Minute 6:52
https://www.srf.ch/play/tv/schweiz-aktuell/video/schweiz-aktuell-vom-19-03-.1997?urn=urn:srf:video:01c9eb4a-66eb-4882-9f52-e9c6fa75e3d9

Trotzdem für Gebühren


Trotz der Linkslastigkeit: «200 Franken sind genug» lehnte ich ab. Auch andere Medienhäuser haben Schlagseiten, private Sender konstruieren genauso Storys. Dank der Gebühr bleibt – siehe oben – das Sündenarchiv des SRF erhalten (dass ich hier einen «Schweiz aktuell» Beitrag von 1997 verlinken kann, ist schon ziemlich sensationell). Und wir können das SRF zur Rechenschaft ziehen und haben in der Schweiz ohne Millionenpublikum eine Qualität, die weit über derjenigen privaten Sender liegt. Und immerhin: Die Chaoten wurden von den SRF-Technikern entdeckt und entgegen der Idee des Redaktors statt nach Hause transportiert umgehend in der Landschaft zwischen Bülach und Zürich ausgesetzt. Das wusste ich bisher nicht, tut aber gut, zu lesen. Bravo.