Editorial – Hüntwanger Mitteilungen – Vom Frühling zur Ernte

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner

Frühling in Hüntwangen ist wunderschön. Blühenden Obstbäume, der erwachende, im April noch lichte Wald, der unser Dorf umgibt, klare Luft. Dann, im Mai, Rapsfelder, Pfingstrosen in Gärten, schöne Wiesen: Wir geniessen es! Ob dann im Herbst Früchte geerntet werden können, ob der Sommer zu trocken, zu nass oder gar verhagelt wird: Wir wissen es noch nicht.

So ähnlich ist es mit der neuen Amtsperiode des Gemeinderats.

Ich freue mich sehr und möchte danken dafür, dass Sie mit den Gemeindewahlen vom 27. März das «Team Gemeinderat» in eine neue Amtsperiode schicken. Auch die bisherigen Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission, die wieder antraten, wurden wiedergewählt und geniessen Ihr Vertrauen. Herzlichen Dank!! Einerseits.

Andrerseits gab es ja keine Gegenkandidaturen: Ein «richtiger» Vertrauenstest waren die Wahlen deshalb nicht. Aus Sicht der Demokratie wäre es super, wenn motivierte Einwohnerinnen und Einwohner bei Wahlen die Bestehenden herausfordern, als kompetente Nachfolgerinnen und Nachfolger positionieren und sich als solche einmal auch erweisen.

In den nächsten vier Jahren wird die Gemeinde zusammen mit der Baugenossenschaft Türmliwiese die Tiefgarage und die Alterswohnungen im Dorf realisiert haben. Ein feierlicher Meilenstein: Am 10. Mai haben wir die Verträge notariell gezeichnet. Wir werden – allenfalls – die Verkehrs- und Laternenparkplatz-Situation im Dorf neu gestalten und die Bau- und Zonenordnung überarbeiten, sicher die Zusammenarbeit unter Rafzerfelder Gemeinden fördern und es wird im Kiesabbaugebiet klar werden, wie es weitergeht. Der Gemeinderat wird dies alles in Legislaturzielen formulieren.

Drei Vorhaben erwähne ich speziell:

Dorffest 23: Das Dorffest findet vom 1. bis 3. September 2023 statt. Sie finden dazu einen Beitrag in diesen Infos. Erzählen Sie davon, überzeugen Sie Gäste aus nah und fern, Hüntwangen zu besuchen. Voraussichtlich 60 Attraktionen, Marktstände, Vereine werden aktiv sein. Das gibt nicht nur ein gemeinsames Dorf-Erlebnis, an welches wir uns ein Leben lang zurückerinnern, sondern auch Gelegenheit, Vereine und Angebote zu präsentieren und damit für alle eine kleine Entwicklungs- und Verdienstmöglichkeit.

Das Projekt Hochwasserschutz Dorfbach konnte erfolgreich kostengünstiger als geplant abgeschlossen werden. Erstens sind die Liegenschaften in der Hochwassergefahrenzone an der Schulgasse, Fabrikstrasse und entlang der Bahnhofstrasse nun geschützt. Zweitens dürfen die Hutfabrik und ein anderes Haus, welches auf der zu kleinen Bachröhre lagen, nun richtig renoviert und als Wohnraum genutzt werden, das war ohne Lösung für den Bach unmöglich. Und drittens gewannen wir einen naturnahen Bachabschnitt mit einem bereits rege benützten Bänkli an der Friedhofstrasse. Am Samstagmorgen, 11. Juni, findet für die Bevölkerung eine Führung zum abgeschlossenen Bau statt. Beachten Sie den Flyer.

Haus der Gesundheit: An der Gemeindeversammlung vom 15. Juni werden Sie über einen Kauf- oder Baurechtsvertrag beschliessen. Es geht um das Land in der Busschlaufe beim Bahnhof Hüntwangen, zwischen Coop und Migros. Es soll für ein dreistöckiges Gewerbehaus an die gewerbliche Baugenossenschaft Rafz vergegeben werden. Geplant sind eine oder mehrerer Arztpraxen, allenfalls eine Physiotherapie, ein neuer Polizeiposten. Der Gemeinderat lässt Sie entscheiden: Soll ein jährlicher Baurechtszins an die Gemeinde fliessen, oder ein einmaliger Verkaufsbetrag, der unsere finanzielle Situation kurzfristig entspannt? Beachten Sie dazu die Weisung nicht nur zum Haus der Gesundheit, sondern auch zur Jahresrechnung 2021 (Bericht des Gemeindevorstandes). Das Hauptproblem sind kurzfristig fehlende flüssigen Mittel, langfristig die tiefe Steuerkraft unserer Gemeinde.

Von der Steuerkraft zum Steueramt: Super, dass wir als Leiterin des Steueramtes Hüntwangen Frau Ulrike Boll als neue Mitarbeiterin in Hüntwangen begrüssen konnten. Wir sind somit komplett und kompetent aufgestellt.

Noch zum Schluss: Ob bei allen Frühlingsblüten dann im Herbst eine Frucht geerntet werden kann, entscheidet nicht nur der Bauer. Aber wir tun unser Bestes.

Matthias Hauser, Gemeindepräsident
matthias.hauser@huentwangen.ch