Nein zum Sekundarschulhaus Schlafapfelbaum – Es gibt Alternativen – Schulqualität nicht von Neubau abhängig

Es brauchte drei Jahre konstantes Nachhaken der Gemeindebehörden, bis der Datenstand betreffend Strategie zum neuen gemeinsamen Sekundarschulhaus Schlafapfelbaum der Schulen unteres Rafzerfeld und Eglisau so war, dass man Szenarien vergleichen konnte und die Konsequenzen des neuen Schulhauses (Zusammenlegen der Primarschule im Unteren Rafzerfeld) belegt waren. Im letzten Januar war es soweit und eigentlich hätten die Schulpflegen die Notbremse ziehen müssen. Da sie aber schon lange auf die Idee Schlafapfelbaum aufgesprungen waren, wollen sie lieber mit dem Kopf durch die Wand.

Finanziell lohnt sich der Neubau nicht

Die Zahlen beweisen nämlich, dass für Wil, Hüntwangen und Wasterkingen mit der gemeinsamen Sek in Eglisau die jährlichen Gesamtkosten nur wenig tiefer sind, als für den Ist-Zustand, bei dem die Schule im Dorf bleibt. Diese kleine Kostendifferenz verwandelt sich sogar ins Gegenteil, wenn im Unteren Rafzerfeld eine der von der Schule nicht mehr benötigten Turnhallen dem Steuerzahler (sei es der Schulgemeinde oder einer politischen Gemeinde) erhalten bleibt. Und falls nicht, dann verlieren die Dörfer die für das aktive Vereinsleben und die Dorfkultur gut belebte Infrastruktur (Leistungsabbau). Finanziell lohnt sich der Neubau daher definitiv nicht. Schon gar nicht, wenn man an die etwa drei Mal so hohe Verschuldung denkt (rund 30 Millionen), welche die Schulgemeinden für das neue Schulhaus aufnehmen müsste, verglichen mit einer Variante, bei der die Sek im Landbüel und die Primarschule wie heute bleibt.

Schulqualität hängt weder von einer höheren Schülerzahl noch vom Neubau ab

Und pädagogisch? Da sind die Zahlen noch klarer: Der reine Schulbetrieb ist heute teurer, weil in den Dorf-Schulhäusern kleinere Klassen notwendig sind, was mehr Personal benötigt. Die reinen Liegenschaftskosten sind jedoch dank den Abschreibungen bei einem Neubau teurer (nochmals: Die jährlichen Liegenschaftskosten werden mit dem Schulhaus Schlafapfelbaum und einer zentralen Primarschule teurer, nicht günstiger, wie z.B. ein Flugblatt von Befürwortern behauptet!). Die Zahlen sind von der Schulbehörde und beinhalten bereits die Renovation der bestehenden Gebäude, falls man nicht zusammenlegen würde. Was ist sinnvoller? Steuergeld für den Schulbetrieb oder für eine Liegenschaft aufwenden? Sonst kämpft man im ganzen Kanton für kleinere Klassen, in Städten ist man stolz auf «Quartierschulen». Nur im Rafzerfeld macht die Schulbehörde der Bevölkerung weis, das Gegenteil sei besser. Als Argument wird immer wieder das dürftige Wahlfachangebot der Sek erwähnt: Dieses hat einen ganz anderen Grund: Das neunte Schuljahr wurde reformiert und die Jugendlichen haben im Stundenplan gar nicht mehr so viel Freiraum für Wahlfächer, wie sich deren Eltern von früher gewohnt sind. Hat mit den Liegenschaften nichts zu tun: Schulqualität hängt nicht vom Neubau ab! Und auch nicht von der Schulgrösse: Viele kleinen Schulen beweisen dies!

Bessere Alternativen für Eglisau

Im Unteren Rafzerfeld gibt es ja sogar zu viel Schulraum, in Eglisau zu wenig. Für Eglisau gibt es weit günstigere Alternativen. Zum Beispiel ein Schulhaus-Neubau im Thurella-Gelände, wie ihn der dortige Investor eigentlich gerne gesehen hätte. Zum Beispiel während einigen Jahren mit besonders hohen Schülerzahlen eine oder zwei Klassen in die Sek Wil auslagern (Transportkosten wären günstiger als neues Gebäude, sofern man die Jugendlichen überhaupt transportieren müsste). Gute Ideen wären bei den Behörden vorhanden.

Es ist wichtig, am 3. Oktober die Schulgemeinde-Versammlungen in Eglisau oder im Unteren Rafzerfeld zu besuchen und mit einem Nein die Strategie umzulenken.

Matthias Hauser, Hüntwangen

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Download: Kostenvergleich verschiedener Szenarien

Im Kostenvergleich bedeuteten die Szenarien 1A bis 3 :

  • 1A – Primarschulen Ist-Zustand wie heute (dezentral), Sekundarschule im Landbüel zusammengelegt. Ohne die dafür nötigen Investitionen im Landbüel, d.h. wenn Eglisau in Eglisau bliebe, sähen die Zahlen noch besser aus!
  • 1B – Primarschulen Ist-Zustand wie heute (dezentral), Sekundarschule im Schlafapfelbaum zusammengelegt
  • 2A- Primarschule zentral in Hüntwangen, Sekundarschule im Landbüel zusammengelegt
  • 2B – Primarschule zentral in Hüntwnangen, Sekundarschule im Schlafapfelbaum zusammengelegt
  • 3 – Primarschulen zentral im Schulhaus Landbüel, Sekundarschule im  Schlafpfelbaum zusammengelegt

Das sind die Szenarien, welche die Schulgemeinde Unteres Rafzerfeld uns vorlegt. Die Szenarien 1A und 3 sind diejenigen, die es sich auf Grund der Zahlen lohnt, zu vergleichen. Dabei schneidet 1 A besser ab, wenn man alle Kosten, inkl. der Weiternutzung einer Turnhalle in Hüntwangen/Wasterkingen oder für deren Rückbau berücksichtigt und mehr Geld in den Schulbetrieb statt in die Gebäude stecken möchte. Für die Sek wurden weder der Alleingang noch die Zusammenarbeit mit Rafz gerechnet. Der Alleingang der Sek benötigt aber keine Erweiterung  der Liegenschaften. Ist also für das Verhältnis der Kosten zwischen Schulbetrieb und Liegenschaften klar auf Seiten Schulbetrieb.

 

 

 

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