Busbahnhof und Lichtsignal

Am 27. 12. 13 war im Zürcher Unterländer zu lesen, der neue Busbahnhof neben dem Coop-Center Hüntwangen werde nun konkret projektiert. Die Gemeinde Hüntwangen hat dazu laut Zürcher Unterländer der SBB bereits entlang der Geleise Landwirtschaftsland abgekauft, welches nun zu Gewerbezone umgezont werde (zur Zeit liegt dieses Vorhaben zur Einsicht auf der Gemeinde auf). Das fertige Projekt des neuen Busbahnhofes werde dann irgendwann 2014 an einer Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt.

Wenn der Busbahnhof, wie nun projektiert, auf der Eglisauer Seite der Geleise liegt, dann bedeutet das, dass der Bus nur noch dann seinen Fahrplan einhalten kann, wenn er vom Rückstau mangels Eglisau-Umfahrung vom Kreisel her nicht aufgehalten wird. In anderen Worten: Dieser Busbahnhof erzwingt das Lichtsignal am Kreisel vor Eglisau, damit immer dann, wenn ein Bus kommt, der Verkehr von Rafz her gestoppt werden kann. Damit wird der Umfahrungsstau noch schlimmer.

Dazu stelle ich ein paar Fragen:

  1. Trifft es tatsächlich zu, dass die Gemeinde Hüntwangen bereits einen Landkauf getätigt hat von ansonsten wertlosem Landwirtschaftsland entlang von Bahngeleisen, bevor über das Projekt informiert wurde und wirkliche Gelegenheit zur Mitsprache bestand?
  2. Wie hoch war der Kaufpreis?
  3. Wurde ein Vorbehalt angebracht, dass der Kauf nur dann Rechtskraft hat, wenn die Gemeindeversammlung dem neuen Busbahnhof zustimmt?
  4. Unterstützt der heutige Gemeinderat von Hüntwangen folglich das Dosierungssystem auf der Kantonsstrasse durch Eglisau?
  5. Welchen Nutzen erwächst der Hüntwanger Bevölkerung aus einem grösseren Busbahnhof auf der anderen Seite der Geleise?

Ich bezweifle stark, dass auf diese Fragen befriedigende Antworten existieren.

4 comments on “Busbahnhof und Lichtsignal
  1. Die Hüntwanger werden bezüglich Busfahrplan derzeit stark benachteiligt. So müssen die Fahrgäste immer über die Nachbarsgemeinden fahren, obwohl ihr Dorf am nächsten zum Bahnhof steht. Von der früher üblichen, alternierenden und gerechteren Linienführung wurde abgewichen.

    Gemäss Aussage des GR sollen die Hüntwanger mit dem neuen Busbahnhof auch eine eigene, wesentlich zeitsparendere Busverbindung erhalten. DAS lässt hoffen.

    • Die Frage ist, weshalb man deshalb auf die andere Geleiseseite muss: Einigermassen finden heute ja der Hohentengener-Bus und der Hü-Wa-Wi-Rundkurs diesseits Platz, unter Einbezug der Einbuchtung unter dem Kastanienbaum oder einer Kehre vor der Stammoid gäbe es vermutlich sogar noch Optimierungsmöglichkeiten, die das Ganze so lange aushaltbar machen, bis die Lichtsignalanlage vom Tisch ist. Die Eglisau-Umfahrung befindet sich zur Zeit in der entscheidenden Projektierungsphase. Zudem finde ich die Busanbindung nicht so schlecht: Mehr als die Routenwahl stören die langen Pausenzeiten, die aber für die Chauffeure halt notwendig sind. Busse vom Städtli Eglisau könnte man ja auf die andere Seite nehmen.

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      • Die angesprochenen Optimierungsmöglichkeiten verleiten zum pragmatischen Lösungsansatz, einen Teil der bestehenden Parkplätze (von denen es zu wenige hat) auf die Coop-Seite des Gleises zu verlagern. Das Grundstück dazu scheint ja vorhanden zu sein.

        Der gewonnene Platz könnte als weitere Bushaltestelle genutzt werden. Dadurch würden auch die geplanten zusätzlichen Busse Platz finden. Dass für diese Idee die Autofahrer das Übel mit dem ‚Nadelöhr Bahnunterführung‘ auf sich nehmen müssen, ist ein Wermutstropfen. Und ein dadurch provozierter Rückstau könnte dann auch wieder die Busfahrenden treffen.

        Deine Frage-Liste müsste allenfalls mit einer weiteren Frage ergänzt werden, welche sich der Thematik ‚Einbezug der Parkplätze in den Gesamtplan‘ widmet.

        • Die Parkplätze stehen für eine Lösung natürlich nicht zur Verfügung, es hat bereits heute tatsächlich viel zu wenig. Wenn die in einen Gesamtplan einbezogen werden, dann mit dem Ziel, einige mehr zu schaffen. Weshalb darf nicht auch eine Eckchen Wald daran glauben? Ist eine zusätzliche Bus-Kehre möglich, wenn ein Teil der Rampe (nur der Rampe) des Bahnhofsgebäudes oder des Grünstreifens zwischen Stamoid und zentraler Parkuhr umgebaut wird?

          Damit sind wir für „Aussenstehende“ aber schon viel zu fest in Planungsfragen. Die Gedankenspiele zeigen aber, dass die Notwendigkeit von „Bussen, die Richtung Eglisau durch die Unterführung fahren müssen“ fraglich ist, sei es, weil es planerische Alternativen gäbe oder weil der Nutzen, welcher Fahrten durch die Unterführung an einen neuen Busbahnhof nicht derart gross ist, dass er eine Lichtsignalanlage beim Kreisel Eglisau rechtfertigte.

          Ein anderes Thema ist der Landkauf. Klar, alles in der Kompetenz der Behörde, alles rechtens. Vermutlich günstig. Aber trotzdem: Es werden Tatsachen geschaffen, bevor informiert wird und bevor das Projekt genehmigt ist. Normalerweise – wenn die Gemeinde projektierend wäre – in diesem Fall sind es eben Postauto Zürich und ZVV – müsste doch zuerst ein Projektierungskredit bewilligt werden, bevor der Landkauf getätigt werden kann. Als Stimmbürger sollte man nicht immer wieder einfach vor Tatsachen gestellt werden. Das Vorgehen erinnert mich ein bisschen an das beim Schöpfchen neben der Goldbachschür: Die Gemeinde kaufte es schon mal und erst die Kosten, die durch dessen Umbau entstehen, konnten diskutiert werden…

          Zwei Unentwegte haben schon mal an einer Gemeindeversammlung für eine geplante Bushaltestelle Rückweisung beantragt. Dies mit dem heutigen Resultat der Busbucht „Hüntwangen-Dorf“, an welche der Kanton viel mehr bezahlte als er es an die geplante Schleife in der Gemeindewiese getan hätte, und welche erst noch den Transitverkehr – der dort eher zu schnell durchfährt, etwas abbremst. Und die Gemeindewiese blieb erhalten. Es lohnt sich manchmal, nochmals über die Bücher zu gehen betreffend Bushaltestellen.

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